An der Grenze

grenzzoneDie Umstände um den Abschuss (16.09) eines Helikopters der Assad-Truppen ähneln denen des Vorfalls vom Juni 2012. Damals wurde freilich ein türkisches Kampfflugzeug von Assads Truppen abgeschossen. Bei beiden Fällen flogen die jeweiligen Maschinen äußerst nah an der Syrisch-Türkischen Grenze und verletzten für kurze Zeit das Hoheitsgebiet des Nachbarlandes. In einem nun seit zweieinhalb Jahren geführten brutalen Krieg der die Weltöffentlichkeit immer wieder in Atmen hält, sind solche Situationen kaum zu vermeiden bzw. schon zur Regel geworden. Schließlich befinden sich in Syrien nicht nur Freischärler aus arabischen bzw. muslimischen Länder die gegen Assad kämpfen und deren Äquivalente aus dem Iran und Libanon die für das Assad-Regime kämpfen, es wimmelt in Syrien auch nur so von Geheimdienstagenten, Aufklärungs- und Sabotagetrupps aus den USA, Russland, Israel, Frankreich, Großbritannien, Deutschland usw.

Besonders seit dem Vorfall vom Juni 2012 kommt es fast täglich zu Feuerüberfällen von Seiten der Assad-Truppen auf türkisches Gebiet. Bei den meisten dieser Überfälle handelte es sich um provokative Aktionen der Assad-Truppen ohne ernsthafte Auswirkungen. Im April 2012 kam es zum ersten mal zu einem Zwischenfall mit tödlichem Ausgang als Assad-Truppen auf ein Flüchtlingslager auf der türkischen Seite feuerten. Als im Oktober 2012 aber ein Mörserangriff der Assad-Truppen gegen einen türkischen Grenzort drei türkische Zivilisten tötete, reagierte die Türkei umgehend: türkische Artillerie beschoss Stellungen von Assad-TruppenFebruar 2013 gab es, nach gleichem Muster, ein weiteres Gefecht zwischen der türkischen Armee und Assad-Truppen. Der bisher schwerwiegenste Angriff gegen die Türkei erfolgte am 13. Mai 2013. Durch die Explosion zweier Autobomben wurden in der türk. Stadt Reyhanlı mehr als 50 türkische Staatsbürger getötet. Die türkische Regierung identifizierte mehrere Terroristen linksextremistischer Organisationen aus der Türkei als Täter, die im Auftrag Assads den blutigen Anschlag durchführten. Assads Schergen erreichten in den ersten Tagen nach dem Massaker auch ihr Ziel; vor allem in der türkischen Grenzregion zu Syrien aber auch im Rest des Landes wurden syrische Flüchtlinge diffamiert. Gezielt sät das Assad-Regime Zwietracht. Das verkündete der Assad-Mann Walid Muallem Ende August 2013 ganz offen, indem er mit „schweren Schäden für die innere Stabilität“ der Türkei drohte.

Kaum 24 Stunden nachdem der Assad-Helikopter abgeschossen wurde, kam es am türkisch-syrischen Grenzübergang Bab al-Hawa zu einem Bombenanschlag. Dabei wurden mindestens 13 Menschen getötet (davon sollen drei türkischer Staatsangehörigkeit sein). Zwar wird der Grenzübergang seit Beginn des Krieges von Rebellen gehalten, ist aber hart umkämpft. Schon Anfang Juni 2013 wurde am Grenzübergang Bab al-Hawa 400 Kilogramm Sprengstoff von Rebelleneinheiten sichergestelt.

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